NSI DresdenÜber unsNaturschutzinstitute in Sachsen

Naturschutzinstitute in Sachsen

Forschung im Einsatz für die Natur

Facharbeit und Expertentum

Die Naturschutzinstitute des NABU Sachsen spielen für den NABU Sachsen von jeher eine wichtige Rolle. So beschloss die zweite Landesvertreterversammlung im Januar 1993, neben den bereits existierenden Fachgruppen und den Landesfachausschüssen dafür ein drittes Standbein ins Leben zu rufen: die NABU-Naturschutzinstitute. Sie sollten insbesondere Natur- und Artenschutzprojekte entwickeln, beispielhaft in die Praxis umsetzen und sich der angewandten Naturschutzforschung sowie der wissenschaftlichen Arbeit widmen, um damit die fachliche Kompetenz des NABU zu stärken. Und so nahmen die Naturschutzinstitute, kurz NSI genannt, noch 1993 ihre Arbeit auf. Über 100 Projekte proJahr wurden seitdem erfolgreich bearbeitet, manche als Langzeitprojekte von Beginn an und einige davon waren Großprojekte der Naturschutzarbeit. Artenschutzfachliche Erfassungen, Bewertungen und Analysen sowie die Entwicklung und Umsetzung von Artenschutzprojekten stellen dabei die Arbeitsschwerpunkte dar.

Für das NSI Dresden ist der Weißstorch von besonderer Bedeutung: Schon seit 1994 hat es sich zum Zentrum des Weißstorchschutzes in Sachsen entwickelt.

Im Herbst 2017 startete das NSI Dresden das grenzüberschreitende Projekt „Lutra lutra“. Darin wird für drei Jahre die Verbreitung derFischotter im deutsch-tschechischen Grenzraum sowie die Qualität ihrer Lebensräume im tschechischen Bezirk Usti und dem nördlich anliegenden sächsischen Teil des Erzgebirges erforscht, um die sächsische und nordböhmische Fischotterpopulation langfristig zu stärken und den Biotopverbund entlang von Wanderrouten zu verbessern.

Ein großer Erfolg für die Natur war seit dem Jahr 2000 das Naturschutzgroßprojekt „Lausitzer Seenland“, mit dem es bisher gelang, eine für diese Braunkohleregion typische Bergbaufolgelandschaft und damit die Lebensräume für an offene, sehr nährstoffarme Biotope angepasste Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Es gelang, etwa 1.000 Hektar Naturschutzflächen zu kaufen und einen großen Teil des Pflege- und Entwicklungsplanes umzusetzen. Mittlerweile kann die eigens für diesen Zweck gegründete Lausitzer Seenland gGmbH mit ihren Gesellschaftern, dem Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen, dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz und dem NSI Dresden, auf ein gelungenes Naturschutzprojekt zurückblicken. Großen Anteil am Erfolg des Projektes, vor allem in seiner schwierigen Startphase, hat die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH), insbesondere ihr langjähriger Vorsitzender Prof. Gerhard Thielcke sowie Jürgen Rosemund als erster Geschäftsführer der Lausitzer Seenland gGmbH. Dessen Aufbauarbeit setzt sein Nachfolger Dr. Alexander Harter nunmehr seit 15 Jahren erfolgreich fort.

Mit den Chancen für den Naturschutz in Bergbaufolgelandschaften befassen sich auch die anderen NSI, wobei ein Forschungsschwerpunkt des NSI Freiberg vor allem seltene Schwermetallfluren und Haldenvegetation umfasst, die in Folge der Erzgewinnung insbesondere im Freiberger Bergrevier entstanden sind. Das NSI Freiberg analysierte des Weiteren im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz die Gefährdungsursachen bedrohter Tierarten. Dafür stellte das NSI die Kenntnisse zu konkreten Gefährdungsursachen für alle in Deutschland als gefährdet beziehungsweise bestandsrückläufig eingestuften Säugetier-, Reptilien-, Amphibien- und Libellenarten zusammen, um die Schlüsselfaktoren des Artenrückgangs zu ermitteln sowie Handlungskonsequenzen für den Erhalt der Biodiversität in Deutschland abzuleiten. Teil der internationalen Biodiversitätsforschung sind die Libellenerfassungen durch NSI-Mitarbeiter in faunistisch schlecht untersuchten Regionen Südosteuropas, Afrikas und Asiens, bei denen sogar bisher unbekannte Arten entdeckt und erstbeschrieben wurden. Die meisten Erfassungs- und Schutzprojekte sind aber den Tieren der Heimat gewidmet, die wie Nordfledermaus und Biber in Sachsen einen bedeutendenVerbreitungsschwerpunkt innerhalb Deutschlands besitzen oder aber wie der Feldhamster kurz vor dem regionalen Aussterben stehen und deshalb schwerpunktmäßig vom NSI Freiberg bzw. NSI Leipzig bearbeitet werden.

So liefern die Hamster-Erfassungen des NSI Leipzig entscheidende Basisdaten zur Abgrenzung von Gebieten, auf denen die Förderung einer „hamsterfreundlichen" Bewirtschaftung umgesetzt werden kann. Weitere Schwerpunkte der Aktivitäten des NSI Leipzig sind die Betreuung von Fledermausquartieren und von Amphibien-Schutzzäunen sowie ökologische Baubetreuungen, um bei genehmigten Eingriffen die Schäden für Flora und Fauna so minimal wie möglich zu halten. Der große Wert der Naturschutzinstitute liegt im für die gesamte Vereinsarbeit verfügbaren Wissen der angestellten oder ehrenamtlich mitarbeitenden Experten, vor allem zur Bestandserfassung, Biologie und Verbreitung der Tier- und Pflanzenarten, in der Anwendung neuester Forschungsergebnisse oder naturschutzrechtlicher Erfordernisse auf regionale und lokale Verhältnisse und in der Umsetzung in praktische Naturschutzmaßnahmen.


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