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Fledermäuse in Dresden-Pillnitz

Mit dem Fledermausdetektor ging es entlang der Elbe auf Exkursion. – Foto: Lotte Wilking
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Mit dem Fledermausdetektor ging es entlang der Elbe auf Exkursion. – Foto: Lotte Wilking

Am Abend des 24.04.2026 trafen sich Fledermausfreunde und -freundinnen erstmals in Dresden-Pillnitz, um gemeinsam auf Exkursion zu gehen. Die im Rahmen der Naturschutzstation Dresden organisierte Veranstaltung begann kurz vor Sonnenuntergang mit einer Einführung ins Thema der Fledermäuse sowie der Echoortung und Rufauswertung. Mit einem Fledermausdetektor, welcher die Ultraschallrufe der Fledermäuse nicht nur aufnimmt, sondern auch für den Menschen hörbar macht, ging es anschließend auf Exkursion Richtung Elbe. Die erste Aktivität ließ jedoch eine Weile auf sich warten, da die Temperaturen mit etwa 10°C noch recht kalt waren.

Insgesamt konnten trotzdem 123 Rufsequenzen und vier der 25 in Deutschland (und 22 in Sachsen) vorkommenden Fledermausarten nachgewiesen werden. Die Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus) war dabei die Häufigste und begleitete uns den gesamten Weg entlang der Elbe und zurück. Ab und zu gelang es uns auch, die jagenden Tiere zwischen den Baumwipfeln zu beobachten. Zwischendurch riefen zudem die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) und der Große Abendsegler (Nyctalus noctula) und kurz vor Ende der Exkursion gelang schließlich noch der Nachweis der Wasserfledermaus (Myotis daubentonii) durch zwei Rufsequenzen. Rückschlüsse auf die genauen Individuenzahlen lassen sich mit Hilfe der Detektoraufnahmen jedoch nicht schließen, da lediglich die ausgestoßenen Rufsequenzen gezählt werden, nicht aber die Individuen.


Artnamewissenschaftl. ArtnameAnzahl der Rufsequenzen
MückenfledermausPipistrellus pygmaeus88
ZwergfledermausPipistrellus pipistrellus16
Großer AbendseglerNyctalus noctula14
WasserfledermausMyotis daubentonii2

Während der Exkursion wurden hauptsächlich Ortungsrufe der genannten Arten erfasst. Dies sind die Rufe, welche eine Fledermaus zur Orientierung ausstößt und anhand welcher die Artbestimmung erfolgt, da jede Art artspezifische Ortungsrufe besitzt. Auf einigen Rufsequenzen der Mückenfledermaus konnten zwischen den Ortungsrufen zusätzlich Kurztriller festgestellt werden. Diese Sozialrufe werden häufig zur Balz oder im Jagdhabitat als Territorialverhalten geäußert. Da die Balz im Herbst stattfindet, handelt es sich in diesem Fall vermutlich um ein territoriales Verhalten.

Neben den erfassten Arten leben im Elbtal noch eine Vielzahl weiterer Fledermausarten, darunter auch Seltenere wie die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus), das Große Mausohr (Myotis myotis) oder die Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros).


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Typische "S-förmige" Ortungsrufe der Wasserfledermaus mit einer Startfrequenz unter 100kHz. – Grafik: Lotte Wilking
Typische "S-förmige" Ortungsrufe der Wasserfledermaus mit einer Startfrequenz unter 100kHz. – Grafik: Lotte Wilking
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Ortungsrufe der Mückenfledermaus bei 58kHz mit einem Kurztriller. – Grafik: Lotte Wilking
Ortungsrufe der Mückenfledermaus bei 58kHz mit einem Kurztriller. – Grafik: Lotte Wilking
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Verteilung der Rufnachweise entlang der gelaufenen Route; rosa=Mückenfledermaus, dunkelrot=Zwergfledermaus, hellrot=Gattung Pipistrellus spec., blau=Großer Abendsegler, grün=Wasserfledermaus – Karte: Lotte Wilking
Verteilung der Rufnachweise entlang der gelaufenen Route; rosa=Mückenfledermaus, dunkelrot=Zwergfledermaus, hellrot=Gattung Pipistrellus spec., blau=Großer Abendsegler, grün=Wasserfledermaus – Karte: Lotte Wilking



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