NSI DresdenProjekteLutra lutraerste Ergebnisse auf deutscher SeiteGefährdungspotenzial von Querbauwerken

Kontrolle der Querungsbauwerke hinsichtlich des Gefährdungspotentials

Fischotter präferieren es, ein Brückenbauwerk trockenen Fußes zu unterqueren und meiden dunkle und enge Fließgewässerabschnitte mit einem tiefen Wasserstand. Ist kein Uferstreifen (Berme) vorhanden und der Wasserstand dauerhaft über 20 cm ist davon auszugehen, dass der Fischotter auf die Straße läuft, um das Hindernis zu passieren. Dabei ist die Gefahr groß, dass er zum Verkehrsopfer wird – die Todesursache Nummer 1 unter den sächsischen Fischottern. Um das Gefahrenpotential der Brücken und Verrohrungen im Untersuchungsgebiet einzuschätzen, wurden insgesamt 658 Bauwerke an 29 Fließgewässern auf das Vorhandensein von Bermen kontrolliert. An 290 Brücken (44%) wurde eine funktionelle Berme an beiden Uferseiten festgestellt. Hier können Fischotter die Straße sicher unterqueren. An 141 Brücken (21%) ist ein einseitiger trockener Uferstreifen vorhanden. Auch diese Bauwerke sind noch als sicher einzustufen, auch wenn nicht auszuschließen ist, dass vor allem unerfahrene wandernde Fischotter unter Umständen trotzdem auf die Straße gelangen. An 219 Brücken (33%) und 8 Verrohrungen schließlich fehlt ein trockener Uferstreifen gänzlich. Hier ist im Allgemeinen von einem erhöhten Gefahrenpotential auszugehen, denn auch die Lenkungswirkung, welche durch einen trockenen Uferstreifen geschaffen wird, entfällt. 16 Brücken ohne Berme und eine Verrohrung sind als nicht passierbar und damit als nicht sicher für den Fischotter einzustufen. Das Gefahrenpotential ist hier vor allem dann als sehr hoch einzuschätzen, wenn Bundes-, Staatsstraßen oder Eisenbahntrassen die Fließgewässer queren.  


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